Sportinformation: alle Berichte zur EM 2010
27.08.2010 - Barbara Moosmann: Valentin Oetterli von der Sportinformation stellt uns alle seine Berichte zur EM 2010 zur Verfügung
Schwimmen: EM 2010 Budapest
1) Schweizer Vorschau:Lang und Meichtry im erweiterten Favoritenkreis
Kleine, aber feine Schweizer EM-Delegation: von Valentin Oetterli (Si), Budapest
(Si) Der 200-m-Crawlspezialist Dominik Meichtry und der Rücken-Sprinter Flori Lang dürfen sich von den sieben Schweizer Schwimmern an der Langbahn-EM in Budapest die besten Finalchancen ausrechnen. Bei optimalem Wettkampfverlauf lockt für das Duo sogar der Medaillengewinn.
Neben den Aushängeschildern Lang und Meichtry vermochten sich einzig noch Martina van Berkel (über 200 m Delfin), Ivana Gabrilo (50 m Rücken) und erstmals die 19-jährige Zürcherin Stéphanie Spahn für die Pool-Wettkämpfe in Budapest zu qualifizieren. Dazu erhalten die Langstreckenschwimmer Iris Matthey und Stefan Sigrist nach den Open-Water-Bewerben im Balatonsee auch noch je eine Startgelegenheit über 1500 m Crawl.
Dass das Schweizer Septett in der ungarischen Hauptstadt ähnlich erfolgreich abschneidet wie die Swiss-Swimming-Delegation vor zwei Jahren in Eindhoven, ist kaum zu erwarten. An den Europameisterschaften in Holland stimmte aus Schweizer Sicht sowohl die Masse (mit 18 Schwimmern) wie auch die Klasse (2 Medaillen, vier Schweizer Rekorde und 40 Prozent persönliche Bestzeiten). Die mittlerweile zurückgetretene Tessinerin Flavia Rigamonti (Gold über 1500 m Crawl) und der Zürcher Flori Lang (Silber über 50 m Rücken) sorgten in Ein! dhoven für die erfolgreichsten Titelkämpfe seit Helsinki im Jahr 2000.
"Unsere Zielsetzungen für Budapest sind zwei Finalplätze. Die zweite Garde soll sich für die Halbfinals qualifizieren", so die Erwartungen von Steffen Liess, Chef Leistungssport von Swiss Swimming. Für das Erreichen der Finalplätze kommen wohl einzig Lang und Meichtry in Frage. Für den Rest geht es darum, persönliche Bestzeiten (oder möglichst nahe daran) zu schwimmen. "Dann wird auch die Halbfinal-Qualifikation Tatsache", ist der ehemalige Spitzenschwimmer aus Deutschland überzeugt. Über die seit dem 1. Januar 2010 verbotenen Ganzkörper-Plastikanzüge und den dadurch weit entrückten Rekordmarken mag sich Liess nicht lange aufhalten: "Unsere Schwimmer sind schnell, egal mit welchen Anzügen. Ich hoffe, dass sie es in Budapest beweisen können."
Meichtry fünf Kilo leichter
"Wahnsinnig gespannt", zu was er in Ungarn fähig sei, zeigt sich Dominik Meichtry, der über 100, 200 und 400 m Crawl sowie über 100 m Delfin starten wird. Gegenüber den letzten! zwei Jahren, als wegen der Anzüge Muskelmasse vor Stil und Technik kam, hat der 25-jährige St. Galler rund fünf Kilo abgenommen. Zudem ist er seit den Weltmeisterschaften in Rom im letzten Juli auf der Langbahn nie mehr top vorbereitet und austrainiert ein Rennen geschwommen.
Meichtry, der vor zwei Jahren an den Olympischen Spielen in Peking Sechster über 200 m Crawl wurde, mag es denn auch nicht, wenn man ihm vorrechnet, dass es ihm auf seiner Spezialdistanz zu einer Medaille ausreichen sollte: "Ich nehme alles Schritt für Schritt. Zuerst muss ich den Vorlauf überstehen. Wenn ich in den Top 16 bin, dann kann ich die Finalteilnahme anstreben und erst wenn ich das geschafft habe, wird um Medaillen geschwommen."
Seit einem Jahr trainiert Meichtry nicht mehr in Berkeley, sondern in Los Angeles in einer von Dave Salo gecoachten (prominenten) Trainingsgruppe mit mehrfachen Olympiasiegern und Weltrekordhaltern. "Das macht riesig Spass. Das nächste grosse Ziel von a! llen ist Olympia 2012 in London", so Meichtry, für den Budapest nur ei n -- allerdings wichtiges -- Zwischenziel darstellt.
Lang im Ungewissen
Wie Meichtry weiss auch Flori Lang nicht genau, wo er im Vergleich mit der Konkurrenz steht. "Ich hatte keine optimale Vorbereitung", gesteht der 26-jährige Zürcher. Nach den Olympischen Spielen 2008 begann für Lang eine neue Periode der Doppelbelastung Sport/Studium. "Trotz reduziertem Trainingsumfang konnte ich meine Form bis zu diesem Februar gut halten. Doch danach ist mit dem nahenden Abschluss an der Uni der Druck und Stress gewachsen. Dann wurde ich auch noch krank und war auch am Ellenbogen verletzt."
Trotz diesen Schwierigkeiten ist Lang zuversichtlich, in Budapest ein gutes Resultat zu erreichen: "Die Trainingszeiten sind gut und ich gehe an den Start, um mich für den Final zu qualifizieren. Wie realistisch das ist, weiss ich allerdings nicht. Doch ich bleibe positiv."
29 Zwiespältiger Test zum EM-Auftakt des Olympia-Finalisten
Meichtry über 400 m Crawl chancenlos : von Valentin Oetterli (Si), Budapest
(Si) Am Tag vor dem Einsatz auf seiner Lieblingsstrecke 200 m Crawl hinterliess Dominik Meichtry an der EM in Budapest beim Test über die doppelte Distanz einen zwiespältigen Eindruck. Der St. Galler fiel nach schnellem Start auf der zweiten Hälfte weit zurück.
Die Goldmedaillen am ersten Wettkampftag der Schwimmer in der ungarischen Hauptstadt gingen an den Franzosen Yannick Agnel (400 m Crawl) und die Britin Hannah Miley (400 m Lagen). In den Staffeln über 4x100 m Crawl holten sich Russland (Männer) und Deutschland (Frauen) die Titel.
Dominik Meichtry verpasste bei zum EM-Auftakt die Finalteilnahme überaus deutlich. Der 25-jährige St. Galler ging zwar gewohnt schnell an, war im Vergleich mit seinen 30 Konkurrenten nach 100 m Zweiter und zur Hälfte der Distanz immer noch Dritter. Danach allerdings wurde ! Meichtry, der am Schluss gar nicht mehr gross insistierte, nach hinten durchgereicht. Letztlich klassierte er sich in mässigen 3:57,99 nur im 25. Rang. Für die Final-Qualifikation der besten acht hätte er eine Zeit von unter 3:51 benötigt.
"Ich durfte nicht erwarten, mich für den Final zu qualifizieren. Doch der Platz ist wirklich nicht so gut. Immerhin, auf den ersten 200 Metern fühlte ich mich nicht schlecht", sagte Meichtry. Der Olympia-Finalist von Peking (200 m Crawl) zeigte sich deshalb nach seinem ersten EM-Einsatz nicht beunruhigt: "Die 400 m finde ich in erster Linie eine gute Gelegenheit, um in einen Grossanlass zu finden. Mein Hauptrennen kommt aber erst heute und für dieses fühle ich mich entspannt." Er habe, so Meichtry, zuletzt vor allem dafür trainiert, dass er auf der letzten Bahnlänge über 200 m schneller sei. Zu welcher Zeit es ihm heute im Vorlauf am Morgen und dann (hoffentlich) im Halbfinal am Abend reicht, kann er selbst nicht so genau einschätzen: "Ich habe seit letztem Jahr an der WM in Rom nie mehr in Topform ei! nen Wettkampf im 50-m-Becken bestritten." Und der Vergleich mit 2008 und 2009 ergibt auch nicht viel Sinn, weil das die Periode mit den High-Tech-Ganzkörperanzügen war, die seit Anfang dieses Jahres aber verboten sind.
Saisonbestleistung für van Berkel
Von der Schweizer Siebner-Delegation im 50-m-Becken auf der Margaret-Insel stand am ersten Wettkampftag neben Meichtry einzig noch Martina van Berkel im Einsatz. Der 21-jährigen Zürcherin gelang über 200 m Rücken in 2:16,66 eine persönliche Saisonbestleistung. Als 20. fehlten van Berkel zur Halbfinalteilnahme indes fast zwei Sekunden. "Ich hätte mir eine Zeit unter 2:16 erhofft, doch immerhin hat es zu einer Saisonbestzeit gereicht und habe ich meinen Vorlauf gewonnen", so van Berkel, die in Budapest auch noch über 100 und 200 m Delfin starten wird.
Gold für 18-jährigen Franzosen
Erster Höhepunkt der Langbahn-EM war das Duell zwischen dem Doppelweltmeister und 400-m-Weltreko! rdhalter Paul Biedermann aus Deutschland und dem 18-jährigen Franzosen Yannick Agnel. Der 2,01 m grosse und nur 80 kg schwere Teenager aus Nimes führte sich bei seinem ersten EM-Einsatz bei der Elite gleich perfekt ein. "Einfach genial, das erste Rennen überhaupt gleich zu gewinnen", befand Agnel.
Agnel, der an den letzten zwei Nachwuchs-EM gleich achtmal Gold scheffelte, hielt Biedermanns Schlussangriff stand und triumphierte in persönlicher Bestzeit von 3:46,17. "Er war besser. Wahrscheinlich habe ich aber auch zu spät mein Tempo erhöht", mutmasste Biedermann, der zwischendurch fast eine Sekunde zurücklag und sich letztlich um 13 Hundertstel geschlagen geben musste.
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3) Olympia-Finalist vermeidet frühzeitiges Out mit Glück
Meichtry: "Jetzt geht es um Medaillen" :von Valentin Oetterli (Si), Budapest
(Si) Dominik Meichtry kämpft heute Abend um 18 Uhr in Budapest um EM-Medaillen. Der seit einem Jahr! in Los Angeles trainierende St. Galler qualifizierte sich auf seiner Paradestrecke 200 m Crawl als Achter gerade noch für den Final.
Für den Höhepunkt aus internationaler Sicht sorgte am zweiten Wettkampftag in der ungarischen Hauptstadt der Franzose Camille Lacourt, der über 100 m Rücken mit Europarekord triumphierte.
Dominik Meichtry schaffte erst zum zweiten Mal in seiner Karriere den Vorstoss in einen Final im 50-m-Becken. Das zuvor einzige Mal war vor zwei Jahren an den Olympischen Spielen in Peking, als er ebenfalls über 200 m Sechster wurde. Für einmal war Meichtry, der an Titelkämpfen schon mehrmals knapp den Einzug in die nächste Runde verpasste, das Glück hold.
"Letztes Jahr in Rom fehlten mir als Neuntem drei Zehntel zum Final. Ich bin erleichert, dass es mir dieses Mal gerade noch reichte, umso mehr, als ich wegen einer Magenverstimmung geschwächt antrat", so Meichtry, dem im Halbfinal vor allem auch eine starke Willensleistung! gelang. Der Ostschweizer, dem seit Montagnachmittag übel war und der sich auch "drei- oder viermal" übergeben musste, verbesserte sich in 1:48,92 gegenüber dem Vorlauf am Morgen gleich um 1,3 Sekunden. "Die Steigerung erfolgte im Kopf, denn viel besser als im Vorlauf fühlte ich mich eigentlich nicht", sagte Meichtry. Er habe in den Jahren in Amerika gelernt, wie man mit einem müden Körper umgehen müsse. "Es geht ganz einfach darum, die Kommunikation zwischen Kopf und Körper zu unterbinden."
Blick voraus
So erleichtert Meichtry über die Finalqualifikation auch war, wollte er sich dennoch nicht allzu lange darüber aufhalten. Nur wenige Minuten nach dem Halbfinal galt sein Blick schon dem entscheidenden Rennen: "Ich habe nun 22 Stunden Zeit, um mich möglichst gut zu erholen und die Energiespeicher wieder zu füllen. Hoffentlich kann ich im Final noch mehr Gas geben. Jetzt geht es um Medaillen und ich werde so stark fighten wie es nur geht."
Mit Abstand der Schnellste in den Halbfinals über die vier Bahnlängen war der Deutsche We! ltrekordhalter Paul Biedermann, der in 1:46,88 die Konkurrenz um neun Zehntel und mehr distanzierte.
Spahns verpasste Chance
Die EM-Debütantin Stéphanie Spahn verpasste über 100 m Brust eine gute Gelegenheit, sich für die Top 16 zu qualifizieren. Dazu hätte die 19-jährige Zürcher Brustspezialistin allerdings in den Bereich ihrer Ende Juni in Paris erzielten persönlichen Bestleitung (1:10,13) schwimmen müssen. Doch Spahn ging ihr erstes Rennen an einem internationalen Grossanlass (zu) forsch an: Nach guten ersten 50 Metern brach sie auf der zweiten Bahnlänge ein. Letztlich klassierte sich Spahn in 1:11,20 nur im 23. Rang, zur Halbfinal-Teilnahme fehlten ihr 0,61 Sekunden.
"Die 32,5 Sekunden nach 50 Metern waren meine zweitbeste Leistung überhaupt, deshalb bin ich für mein zweites Rennen zuversichtlich", sagte die enttäuschte Spahn, die am Samstag über 50 m, ihrer bevorzugten Distanz, Gelegenheit zu einem weiteren EM-Auftritt erhält.
Der in den letzten Tagen kränkelnde Schaffhauser Stefan Sigrist blieb im Vorlauf über 1500 m Crawl in 16:23,14 fast 50 Sekunden über seiner persönlichen Bestzeit, womit er sich nur als 21. und Letzter klassierte.
Europarekord über 100 m Rücken
Über die 100 m Rücken gewann der Franzose Camille Lacourt in 52,11 -- der zweitbesten je erzielten Zeit auf dieser Strecke. Nur der Amerikaner Aaron Peirsol war vor Jahresfrist an der WM in Rom noch 17 Hundertstel schneller als der 25-Jährige aus Narbonne, der bisher an internationalen Grossanlässen weder auf der Lang- noch Kurzbahn gross in Erscheinung trat. Lacourt distanzierte seinen zweitklassierten Landsmann Jérémy Stravius um mehr als 1,3 Sekunden.
Dass die erste kontinentale Bestmarke dieses Jahres im Rücken-Stil fiel, kommt nur bedingt überraschend. In dieser Lage ist der Auftrieb auf Hüfthöhe entscheidend, womit die -- seit dem 1. Januar 2010 verbotenen -- High-Tech-Ganzkörperanzüge keinen entscheidenden Vorteil brachten.
Die gestrigen fünf Titel in Budapest gingen an Schwim! mer aus fünf verschiedenen Nationen. Neben Lacourt sicherten sich der Spanier Rafael Munoz (über 50 m Delfin) -- der an der EM trotz drei verpassten, unangekündigten Dopingtests starten durfte --, der Norweger Alexander Dale Oen (100 m Brust), die Britin Elizabeth Simmonds (200 m Rücken) sowie Therese Alshammar (50 m Delfin) EM-Gold. Für die 33-jährige Schwedin wars bereits die 60. Medaille an einem internationalen Grossanlass (Olympia, Welt- und Europameisterschaften).
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4) Meichtry EM-Siebenter über 200 m Crawl -- Halbfinal-Out von Lang
Unbelohnte Flucht nach vorne: von Valentin Oetterli (Si), Budapest
(Si) Dominik Meichtry befand sich in Budapest im EM-Final über 200 m Crawl während mehr als drei der vier zu absolvierenden Bahnlängen auf Medaillenkurs. Weil ihm aber auf den letzten 50 m die Kraft ausging, resultierte für den St. Galler nur der 7. Platz.!
Den ersten Medaillengewinn in seinem erst zweiten Final an ein em internationalen Grossanlass auf der Langbahn verpasste der beherzt schwimmende Meichtry, der in deutlicher persönlicher Saisonbestzeit von 1:48,05 anschlug, letztlich um 1,14 Sekunden. Lässt man die Zeiten von 2008 und 2009 weg, als die Auftrieb verleihenden Ganzkörperanzüge erlaubt waren, so war es sogar Meichtrys absolute Bestleistung (zuvor 1:48,49 an der WM 2007 in Melbourne). "Die Zeit geht in Ordnung, doch der Platz ist enttäuschend", befand Meichtry, der davon sprach, "immerhin alles versucht und das Rennen spannend gemacht zu haben".
Tatsächlich zeigte sich der 25-jährige Ostschweizer von seiner angriffigen Seite. Meichtry lag von Beginn weg in Führung, die Hälfte der Distanz passierte er in 51,59 -- nur knapp drei Zehntel über seinem Schweizer Rekord von den Olympischen Spielen in Peking. "Ja, es war fast wie in Peking eine Flucht nach vorne. Nach 140 Metern habe ich realisiert, dass ich noch ganz vorne dabei bin. Nach der letzten Wende begann es aber weh z! u tun und auf den letzten 50 Metern ging nichts mehr. Ich versuchte, mich einfach noch so gut wie möglich durchzubeissen", so der Olympia-Sechste, der noch fünf Konkurrenten passieren lassen musste. Zum Landesrekord fehlten ihm am Schluss happige 2,25 Sekunden.
Geschwächt nach Magenverstimmung
"Ohne das jetzt als Ausrede verwenden zu wollen, muss ich trotzdem sagen, dass mich die letzten 48 Stunden wohl zu viel Kraft gekostet haben", sprach Meichtry auch die nicht optimale Vorbereitung an. Am Montag und Dienstag hatte er mit einer Magenverstimmung zu kämpfen und musste er sich mehrmals übergeben. Gestern fühlte er sich zwar bereits wieder "viel besser, aber halt immer noch nicht hunderprozentig fit".
"In den letzten 24 Stunden ging es in erster Linie darum, seine Energiespeicher wieder zu füllen", so der Swiss-Swimming-Arzt Ewen Cameron. Meichtry führte die nötigen Elektrolyte und Kohlenhydrate mit spezieller Babynahrung, von welcher er fast zwei Liter zu! sich nahm, und mit viel von Kohlensäure befreitem Coca-Cola zu.
Meichtry als "Final-Oldie"
Meichtry war im Achter-Finalfeld über 200 m Crawl der älteste Schwimmer. Ausser dem deutschen Weltmeister und Weltrekordhalter Paul Biedermann (24), der in 1:46,06 die Goldmedaille gewann, sind alle seine Konkurrenten vier oder mehr Jahre jünger. Der viertplatzierte Russe Daniel Isotow als Jüngster im Finalfeld wird im Oktober sogar erst 19 Jahre alt.
Meichtry sieht sich aber trotzdem im "besten Schwimmalter" und spricht davon, dass "das grosse Fernziel die Olympischen Spiele 2012 in London" sind. Seit letztem Herbst trainiert der Ostschweizer, der in den fünf Jahren zuvor während seines Bachelor-Studiums in Berkeley basiert war, unter den Fittichen des Amerikaners Dave Salo auf dem Gelände der Universität von Southern California (USC).
Salos Trainingsgruppe umfasst die Olympiasieger Kosuke Kitajima (Jap), Oussama Mellouli (Tun) und Rebecca Soni (USA) sowie mehr als ein halbes Dutzend Weltmeister und/oder Weltrekordhalter (u.a.! Jessica Hardy/USA, Katinka Hosszu/Un, Markus Rogan/Ö und Mateusz Sawrymowicz/Pol). "Ich habe in Los Angeles hervorragende Trainingsmöglichkeiten. Mit so vielen Top-Schwimmern im Hinblick auf London zu trainieren, ist unglaublich motivierend", so Meichtry. Unmittelbar nach der Enttäuschung im EM-Final sei das alles aber nur ein "kleiner Trost".
Langs zu geringe Steigerung
Neben Meichtry stand am dritten Finalabend in Budapest noch ein weiterer Schweizer im Einsatz. Flori Lang schied allerdings über 50 m Rücken in den Halbfinals als 16. und Letzter sang- und klanglos aus. Dem Zürcher Sprint-Spezialisten gelang im Vergleich zum Vorlauf am Morgen nur eine unbedeutende Steigerung um sieben Hundertstel auf 25,53 -- eine Zeit, die in Langs persönlicher Top 10 auf dieser Strecke nur knapp Aufnahme findet.
Zur Final-Qualifikation wäre eine Zeit von 25,34 nötig gewesen. Zum Vergleich: Langs Schweizer Rekord steht seit letztem Jahr bei 24,75. Noch vor zwei J! ahren an den Europameisterschaften in Eindhoven gewann Lang über 50 m Rücken die Silbermedaille. "Ich bin in einer gewissen Verfassung und momentan ist wohl nicht mehr möglich. Damit muss ich mich zufrieden geben. Aber es tut weh", so Lang, der in diesem Jahr wegen Verletzung, Krankheit und intensiviertem Studium eine kaum EM-würdige Vorbereitung durchlebte.
Kurz vor seinem EM-Einsatz gab Lang zudem bekannt, dass er künftig nicht mehr in der Region Zürich, sondern vielmehr in Graz trainieren wird. Dort will er zusammen mit Trainerin Ingrid Flöck die Olympischen Spiele 2012 in London vorbereiten. "Wenn ich endlich einmal zwei Jahre in Ruhe und ohne grosse Probleme trainieren kann, dann schaffe ich den Anschluss nochmals. Ich bin meine besten Zeiten noch nicht geschwommen", ist der 26-jährige Lang überzeugt.
Ivana Gabrilo schied am Mittwoch bereits in den Vorläufen aus. Die Tessinerin wurde über 100 m Rücken in 1:05,05 nur 38. unter 44 Teilnehmerinnen.
5) Internationaler Text = ! Erstes Gold für Ungarn -- Färöer-Silber ohne 50-m-Becken
(Si) Am dritten EM-Wettkampftag sorgte Lagen-Spezialist Laszlo Cseh für den ersten Goldmedaillengewinn von Gastgeber Ungarn. Der 24-jährige Ungar behielt über 200 m im spannenden Duell gegen Markus Rogan (Ö) in 1:57,73 um drei Zehntel die Oberhand.
Für Cseh war es über diese Distanz bereits der dritte EM-Titel hintereinander. Für Rogan war es die 29. Medaille an internationalen Titelkämpfen, die bereits 15. in Silber.
Sébastien Rouault wurde über 1500 m Crawl Nachfolger des Russen Juri Prilukow, der viermal in Folge triumphiert hatte. Ebenso bemerkenswert wie der erste Titelgewinn für den 24-jährigen Franzosen war der 2. Platz für Pal Joensen von den Färöer-Inseln, der bis 150 m vor Schluss sogar in Führung lag. "Ich kann mich nicht erinnern, dass je ein anderer Sportler unseres Landes bei der Elite eine Medaille gewonnen hat", gab Joensen zu Protokoll. Der 19-jährige Mathematik-Student fasst ! nun auch einen Landeswechsel ins Auge, denn "auf den Färöern kann ich nur auf der Kurzbahn trainieren, da es gar kein 50-m-Becken gibt..."
Die weiteren Goldmedaillen am Mittwochabend ging an den Deutschen Paul Biedermann (200 m Crawl), die Britin Francesca Halsall (100 m Crawl) sowie an die Russin Julia Jefimowa (100 m Brust).
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6) Meichtrys kurzfristiger Verzicht über 100 m Crawl
Goldener Abend für Gastgeber Ungarn: von Valentin Oetterli (Si), Budapest
(Si) Der vierte Finalabend an der Langbahn-EM in Budapest gehörte ganz dem Gastgeber Ungarn, der durch Katinka Hosszu (200 m Lagen), Daniel Gyurta (200 m Brust) sowie die 4x200-m-Crawlstaffel der Frauen gleich dreimal Gold gewann.
Aus Schweizer Sicht verlief der gestrige Wettkampftag ruhiger als geplant. Der müde 200-m-Finalist Dominik Meichtry verzichtete über 100 m Crawl auf den Start, Martina van Berkel schied im Vorlauf über 100 m Delfin aus (29.).
! P>Emotionaler Höhepunkt gestern in Budapest war das abschliessende Staffelrennen, das im Duell Ungarn gegen Frankreich gipfelte. Bei der letzten Wende nach 750 m führte noch die französische Schlussschwimmerin Camille Muffat, ehe sich Evelyn Verraszto unter dem ohrenbetäubenden Jubel des Heimpublikums auf den letzten 50 m noch um zwei Zehntel durchsetzen konnte.
Eine Stunde zuvor hatte Verraszto über 200 m Lagen noch das schlechtere Ende für sich behalten, als beim Anschlag ihre Landsfrau Katinka Hosszu um die Winzigkeit von einem Hundertstel vorne lag. "Ich wünschte, Evelyn hätte gleichzeitig mit mir angeschlagen, dann hätten wir beide Gold", so Hosszu, die wie Meichtry beim renommierten Amerikaner Dave Salo in Los Angeles trainiert.
Wie Verraszto und Hosszu ist der Brust-Spezialist Daniel Gyurta ebenfalls erst 21 Jahre alt und hat mit London 2012 das gleiche Fernziel. "Ich bin nun Welt- und Europameister, damit ist klar, dass ich nun den Olympiasieg! anstrebe. Ich bin auf gutem Weg", befand Gyurta, der 2004 in Athen al s 15-Jähriger sensationell hinter dem Japaner Kosuke Kitajima Silber über 200 m Brust gewann.
Briten und Franzosen stark
Auf gutem Kurs im Hinblick auf die Olympischen Spiele in der Heimat befinden sich auch die Briten, die nach Gemma Spofforths Gold über 100 m Rücken schon je viermal Gold, Silber und Bronze gewonnen haben. Damit hat Grossbritannien bereits nach 21 von 40 Pool-Entscheidungen so erfolgreich wie noch nie an kontinentalen Titelkämpfen abgeschnitten. Der Medaillen-Feldzug der Briten ist umso bemerkenswerter, als für sie nicht die EM in Budapest, sondern vielmehr die Commonwealth Games in Delhi im Oktober der wichtigste Wettkampf des Jahres darstellen.
Knapp führend im Medaillenspiegel ist Frankreich mit 4 Gold-, 6 Silber- und 2 Bronzemedaillen. Für die "Grande Nation" holte gestern Camille Lacourt nach dem Titel über 100 m auch denjenigen über 50 m Rücken. In 24,07 verpasste der 25-jährige Stilist den Weltrekord nur um 0,03 Sekunden. Auf dem 3! . Platz in der Overall-Wertung liegt Gastgeber Ungarn (4/2/2). Insgesamt 17 Nationen sicherten sich bisher in Budapest mindestens eine Medaille.
Die weiteren Goldmedaillen am Donnerstag gingen an den Polen Pawel Korzeniowski (200 m Delfin) sowie Lotte Friis. Die Dänin gewann über 800 m Crawl in 8:23,27. Die nach den Olympischen Spielen in Peking zurückgetretene Tessinerin Flavia Rigamonti hätte mit ihrer persönlichen Rekordmarke (8:25,59) in Budapest nur den 5. Platz belegt.
Startverzicht von Meichtry
Am Tag nach seinem 7. Platz im EM-Final über 200 m Crawl ging Dominik Meichtry über 100 m nicht an den Start. Nach überstandener Magenverstimmung und drei kräfteraubenden Rennen über 200 m verzichtete der St. Galler, der indes am Samstag noch die 100 m Delfin bestreiten wird. Wie Meichtry liess auch der frischgebackene 200-m-Europameister Paul Biedermann aus Deutschland die 100 m aus.
Wie über 200 m Rücken bedeutete für Martina van Berke! l auch über 100 m Delfin der Vorlauf schon Endstation. In 1:01,64 gela ng der Zürcherin immerhin eine persönliche Saisonbestzeit, was aber nur zum 29. Platz reichte. Zu ihrem letztjährigen Schweizer Rekord fehlten van Berkel fast zwei Sekunden.
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7)Wieder fitter Meichtry mit Landesrekord über 100 m Delfin
Bernard weiterhin Europas Sprintkönig: von Valentin Oetterli (Si), Budapest
(Si) Zwei Tage nach der Enttäuschung im EM-Final über 200 m Crawl sorgte Dominik Meichtry über die von ihm selten geschwommenen 100 m Delfin für den ersten Schweizer Rekord in Budapest. Ivana Gabrilo verpasste über 50 m Rücken die Halbfinals um 0,02 Sekunden.
Europas König der Crawl-Sprinter heisst weiterhin Alain Bernard. Der Franzose triumphierte über 100 m in 48,49 und blieb um drei Hundertstel vor Jewgeni Lagunow (Russ).
Dominik Meichtry gelang in seinem letzten Einsatz in der ungarischen Hauptstadt ein versöhnlicher EM-Abschluss, na! chdem er am Dienstag und Mittwoch in seiner Paradedisziplin wegen einer Magenverstimmung geschwächt hatte antreten müssen und sich über den 7. Platz enttäuscht gezeigt hatte.
"Das tut schon weh, wenn man so lange auf ein Ziel hinarbeitet und dann nicht ganz fit antreten kann. Aber ich wusste, dass ich in guter Form bin. Nun konnte ich das immerhin über die Delfin-Strecke noch zeigen", so Meichtry. Der St. Galler verbesserte in 53,64 die Bestmarke des Westschweizers Damien Courtois, der vor zwei Jahren in Genf gleich zwei (!) High-Tech-Anzüge übereinander getragen hatte, um 0,25 Sekunden. Als 23. fehlten dem Crawl-Spezialisten Meichtry nur 15 Hundertstel zum Überstehen der Vorläufe. "Die Halbfinal-Teilnahme wäre natürlich toll gewesen. Schade, dass es nicht geklappt hat."
Nächstes Ziel Kurzbahn-WM
Meichtry, der die nächste Woche im Elternhaus in Rorschacherberg verbringen wird, gönnt sich nun zehn Tage Trainingspause, ehe er wieder nach Kalifornien zurückf! liegt. Der 25-jährige St. Galler wird das Training in Los Angeles glei ch wieder aufzunehmen, da "schon in vier Monaten die nächsten Weltmeisterschaften im Programm stehen". Meichtry will zunächst im Oktober in Asien an ein paar Kurzbahn-Weltcupmeetings teilnehmen und dann Mitte Dezember in Dubai die Kurzbahn-WM bestreiten. Auf die nur drei Wochen vorher stattfindenden kontinentalen Titelkämpfe im 25-m-Becken in Eindhoven verzichtet er hingegen.
Gabrilos schlechter Anschlag
Ärgern musste sich Ivana Gabrilo nach ihrem Einsatz über 50 m Rücken. Die 26-jährige Tessinerin klassierte sich in 29,69 im 18. Rang und verpasste den Einzug in die Halbfinals nur um zwei Hundertstel -- ihre persönliche Saisonbestleistung von 29,66 hätte hingegen ausgereicht. "Der Anschlag war ganz schlecht", wusste Gabrilo ganz genau, wo sie die Qualifikation für die Top 16 vergeben hatte.
Gabrilos Geschichte ist insofern bemerkenswert, als dass sie ganz jung an die nationale Spitze aufstieg und in den Jahren 2000 und 2001 an Europa- und Weltmeisterschaft! en dabei war. Sie musste danach wegen einer Krankheit aufhören und legte insgesamt eine Pause von fast sechs Jahren ein, ehe sie 2008 zum Spitzensport zurückfand. Nun plant die Tessinerin bis zu den Olympischen Spielen 2012. "Wenn ich nach London will, muss ich mehr trainieren", ist sich Gabrilo bewusst, dass ihre stärkste Disziplin 50 m Rücken nicht-olympisch sind.
Die Neuenburgerin Iris Matthey (22), die nach den Open-Water-Wettkämpfen von letzter Woche im Balaton-See ein Zusatzrennen im 50-m-Becken bestreiten durfte, verpasste über 1500 m Crawl in 17:11,93 ihre persönliche Bestzeit um als 20 Sekunden. Für die Finalqualifikation wären 16:31,45 nötig gewesen.
Zweimal Gold für Frankreich
Die mit Spannung erwartete Entscheidung in der Königsdisziplin 100 m Crawl fiel äusserst knapp aus. Alain Bernard behielt in eher mediokren 48,49 leicht überraschend die Oberhand. Hinter dem Olympiasieger, Europarekordhalter und Titelverteidiger aus Frankre! ich klassierten sich innerhalb eines Zehntels der Russe Jewgeni Laguno w und der Franzose William Meynard.
Bernard hatte nach 50 m als Erster gewendet und dann auf der zweiten Bahnlänge dem Ansturm von Lagunow, der nach 48,38 im Halbfinal als Favorit galt, standhalten können. "Vor dem Vorlauf und dem Halbfinal war ich sehr gespannt, überraschenderweise vor dem Final gar nicht. Es war ein enger Final, doch manchmal braucht man zum Gewinnen eben auch Glück", so der 27-jährige Südfranzose, dem die Erleichterung über den Sieg gut anzusehen war. Seit seinem kometenhaften Aufstieg im Jahr 2008 war ihm immer wieder vorgehalten worden, dass er seine Erfolge und Zeiten nur dank dem Ganzkörperanzug erreicht habe.
Auch über 800 m Crawl kam der Sieger aus Frankreich. Sébastien Rouault überholte auf der letzten Bahnlänge noch den zuvor führenden Deutschen Christian Kubusch und sicherte sich wie über 1500 m Gold. "Das ist super, diese zweite Goldmedaille ist wie ein Bonus", so Rouault, der in 7:48,28 französischen Rekord schwamm. Kubusch sorgte i! n 7:49,12 ebenfalls für eine nationale Bestleistung -- die erste (ohne Staffeln) für Deutschland seit dem Verbot der Auftrieb verleihenden Anzüge.
Gold bei den Frauen ging am fünften Finalabend in der ungarischen Hauptstadt an die Russin Anastasia Tschaun (über 200 m Brust) und die Schwedin Sarah Sjöström (100 m Delfin).
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8) Dreimal Gold für Russland am vorletzten EM-Tag
Landesrekord und zwei Halbfinals für Swiss Swimming: von Valentin Oetterli (Si), Budapest
(Si) Die Schweizer Schwimmerinnen gaben am vorletzten EM-Tag noch einmal richtig Gas. Debütantin Stéphanie Spahn verpasste über 50 m Brust den Finaleinzug um drei Zehntel, für Martina van Berkel (200 m Delfin) bedeuteten ! ebenfalls die Halbfinals Endstation.
Gleich s ieben Medaillensätze wurden am Samstagabend in Budapest verteilt. Nachfolgerin von Flavia Rigamonti über die 1500 m Crawl wurde die Dänin Lotte Friis, der somit das Langstrecken-Double im 50-m-Becken gelang. Über 200 m Crawl gewann erwartungsgemäss Olympiasiegerin Federica Pellegrini aus Italien, über 50 m Rücken die Weissrussin Alexandra Herasimenia.
Bei den Männern gabs durch Stanislaw Donez (200 m Rücken), Jewgeni Korotischkin (100 m Delfin) und die 4x200-m-Crawlstaffel gleich dreimal Gold für Russland. Dazu triumphierte der Italiener Fabio Scozzoli über 50 m Brust.
Olympia statt Karrierenende?
Im Vorlauf hatte Stéphanie Spahn über 50 m Brust ihren erst zwei Monate alten Landesrekord in 32,04 um drei Hundertstel unterboten. Im Halbfinal am Abend gelang der 19-jährigen Zürcherin keine Steigerung mehr, in 32,11 fehlten zur (als sensationell einzustufenden) Finalteilnahme genau drei Zehntel.!
Auch so ist die Geschichte von Spahn erstaunlich genug. Vor weniger als einem Jahr hatte die Brust-Spezialistin beschlossen, ihre Schwimmkarriere nach den Schweizer Meisterschaften im März 2010 zu beenden. Stattdessen wurde Spahn in Genf zweimal Schweizer Meisterin (über 50 und 100 m Brust) und fand sie sich überraschend in der nationalen Elite wieder. Innerhalb dieses Jahres hat sich Spahn über 100 m um vier, über 50 m um fast zwei Sekunden verbessert.
Nachdem ihr auch das EM-Debüt gelungen ist, ist der Rücktritt für Spahn, die im nächsten Sommer das Sportgymnasium Rämibühl in Zürich abschliesst, absolut kein Thema mehr: "Bis 2011 ist alles klar, danach schaue ich, wie realistisch für mich eine Teilnahme an den Olympischen Spielen in London ist." Ihr Trainer beim SC Uster-Wallisellen ist Gerard Moerland, bei ihm entdeckte sie die Freude am Schwimmen wieder. Moerland ist in der kleinen Schwimmszene kein Unbekannter, er hatt! e vor zehn Jahren schon Brust-Spezialist Remo Lütolf an die Weltspitze gebracht.
Riesensteigerung im Halbfinal
Martina van Berkel vermochte sich im Gegensatz zu Teamkollegin Spahn im Halbfinal gewaltig zu steigern. Sie schlug über die längste Delfin-Distanz als Elfte in 2:10,52 an und war fast zweieinhalb Sekunden schneller als am Morgen, als sie als 16. den Cut nur knapp geschafft hatte. "Es war das erste Mal, dass ich an einem Grossanlass ins Halbfinal kam. Dementsprechend locker konnte ich es angehen. Dass ich den Schweizer Rekord knapp verpasst habe, macht mir gar nichts aus", so van Berkel, die sogar noch kurz mit einem Finalvorstoss liebäugelte. Diesen verpasste die 21-jährige Zürcherin letztlich um 1,27 Sekunden, zu ihrem eigenen Schweizer Rekord fehlten ihr nur 16 Hundertstel.
Ab September trainiert Martina van Berkel, die neben Dominik Meichtry und Flori Lang zu den grössten Olympia-Hoffnungen von Swiss Swimming gehört, in Australien. Vom Schwimmverei! n Limmat wechselt sie nach Surfers Paradise, wo sie von Denis Cotterell betreut wird. Dieser schuf sich als Trainer des mehrfachen Olympiasiegers, Weltmeisters und Weltrekordhalters Grant Hackett einen guten Namen. Neben dem Schwimmen wird van Berkel in "Down Under" auch ihr Master-Studium in Angriff nehmen.
Mit Flori Lang hätte am Samstagmorgen ein dritter Schweizer im Einsatz stehen sollen. Doch der 26-jährige Zürcher zeigte sich nach seinem enttäuschenden Abschneiden über 50 m Rücken nicht mehr gross motiviert und verzichete auf den Start über 50 m Crawl.
Bernard im Vorlauf out
Bemerkenswert noch das Ausscheiden von 100-m-Crawl-Europameister Alain Bernard in den Vorläufen über 50 m. Der Franzose, der nur 15 Stunden zuvor über die doppelte Distanz EM-Gold geholt hatte, war trotz der starken Zeit von 21,99 nur drittbester Franzose in den Vorläufen hinter Europarekordhalter Frédérick Bousqu! et (21,65) und Fabien Gilot (21,91). Nur jeweils zwei Schwimmer pro La nd können sich für die Halbfinals qualifizieren.
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9)Schweizer Bilanz in Budapest: Solide EM ohne Exploit
Liess: "Wir stehen dort, wo erwartet" :von Valentin Oetterli (Si), Budapest
(Si) Solide Europameisterschaften ohne Exploit, so lautet aus Schweizer Sicht das Kürzestfazit der sieben Wettkampftage im 50-m-Becken auf der Margareten-Insel in Budapest.
Medaillengewinne wie an den letzten kontinentalen Langbahn-Titelkämpfen vor zwei Jahren in Eindhoven durch Flavia Rigamonti (Gold über 1500 m Crawl) und Flori Lang (Silber/50 m Brust) blieben für die siebenköpfige Sc! hweizer Delegation in Ungarn in unerreichbarer Ferne. Eine valable Nachfolgerin für das langjährige Swiss-Swimming-Aushängeschild Rigamonti ist nach der Hälfte der Zeit in der Olympiade zwischen Peking und London nicht auszumachen.
Ein Final (Dominik Meichtry), drei Halbfinals (Martina van Berkel, Stéphanie Spahn, Flori Lang) und zwei Schweizer Rekorde (Meichtry, Spahn) durften von Steffen Liess, dem Chef Leistungssport von Swiss Swimming, bilanziert werden. "Wir stehen im internationalen Vergleich in etwa dort, wo wir es erwartet haben. Quantitativ haben wir, mit Ausnahme der verpassten zweiten Finalqualifikation, unsere Zielsetzungen fast erreicht. Qualitativ hätte ich mir in zwei, drei Schlüsselrennen etwas mehr erhofft", so Liess. Damit meinte der Deutsche vor allem Meichtry, der nach überstandener Magenverstimmung über 200 m Crawl "nur" EM-Siebenter geworden war, und das sang- und klanglose Halbfinal-Ausscheiden über 50 m Rücken des sich nicht ! in Topform befindenden Lang.
"EM-Debütantin S téphanie Spahn sowie die erfahrenere Martina van Berkel haben mit ihren Halbfinals unseren Leistungsanspruch, der immer auf die Top 16 ausgerichtet ist, erfüllt. Ich zähle zudem auch Ivana Gabrilo dazu, die als 18. die Halbfinals nur um zwei Hundertstel verpasste", ist Leistungssportchef Liess mit den Leistungen der zweiten Garde zufrieden. Einzig die Resultate der zwei Open-Water-Schwimmer Iris Matthey und Stefan Sigrist, die im Pool je ein Zusatzrennen bestreiten durften, fielen ab. Liess: "Da sie schon vor Ort waren, wollten wir ihnen die Möglichkeit geben, internationale Erfahrungen zu sammeln."
Grosses Team an Kurzbahn-EM
Die nächsten internationalen Wettkämpfe stehen für die Schweizer Schwimmer im 25-m-Becken an. "Wie üblich werden wir den Weltcup in Berlin mit einem grossen Team beschicken. Auch an der Kurzbahn-EM in Eindhoven, die wir als internationalen Einsteigerwettkampf einstufen, hoffe ich viele neue Ge! sichter zu sehen", so Steffen Liess, der von bis zu 30 Schweizer Schwimmern spricht.
Für den Saisonhöhepunkt 2011, die Langbahn-Weltmeisterschaften in Schanghai, werden die Qualifikationshürden von Swiss Swimming gemäss Liess dann wieder höher gesetzt: "Es wird keine weichen Limiten geben." An den Olympischen Spiele 2012 erwartet der Leistungssportchef "fünf bis sieben" Schwimmer aus der Schweiz. Das Ziel von Swiss Swimming müsse sein, diese in den nächsten zwei Jahren möglichst geschickt an Olympia heranzuführen, sagt Liess.
Schweizer Rekord durch Spahn
Am Wochenende standen mit Stéphanie Spahn (50 m Brust) und Martina van Berkel (200 m Delfin) nur noch zwei Schweizerinnen im Einsatz. Beide überstanden die Vorläufe, ehe die Halbfinals Endstation bedeuteten. Die 19-jährige Brust-Spezialistin Spahn sorgte im Vorlauf für die zweite nationale Bestmarke in Budapest. Die Zürcher EM-Debütantin, d! ie im SC Uster-Wallisellen bei Gerard Moerland trainiert, unterbot in 32,04 ihren erst zwei Monate alten Landesrekord um drei Hundertstel. Im Halbfinal am Abend gelang Spahn, die das Unterbieten der 32-Sekunden-Marke angepeilt hatte, keine Steigerung mehr. In 32,11 fehlten ihr zur Finalteilnahme genau drei Zehntel.
Erster Halbfinal für van Berkel
Während Stéphanie Spahn erst in diesem Jahr in die nationale Elite und zur Olympia-Hoffnung aufgestiegen ist, ist die zwei Jahre ältere Martina van Berkel schon länger etabliert. In ihrem ersten Halbfinal an internationalen Langbahn-Titelkämpfen vermochte sie sich gewaltig zu steigern. Van Berkel schlug über die längste Delfin-Distanz als Elfte in 2:10,52 an und war fast zweieinhalb Sekunden schneller als im Vorlauf am Morgen, als sie als 16. den Cut nur knapp geschafft hatte.
Zum Vorstoss in den Final der besten acht fehlten ihr letztlich 1,27 Sekunden. "Mit ihrer super Leistung im Halbfinal hat sich Martina die Tür ! zum internationalen Schwimmsport aufgestossen", so das Lob von Steffen Liess. Schon vor den Europameisterschaften war allerdings klar, dass Martina van Berkel künftig in Australien trainieren wird. Die 21-Jährige wechselt von den Limmat Sharks nach Surfers Paradise, wo sie von Denis Cotterell, dem ehemaligen Trainer von Schwimmstar Grant Hackett, betreut werden wird.
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10) Internationaler Text:Franzosen in Budapest auch ohne Ganzkörper-Anzug schnell
Die "Grande Nation" am erfolgreichsten :von Valentin Oetterli (Si), Budapest
(Si) Nach sieben Wettkamp! ftagen mit 40 Entscheidungen, einem einzigen Europarekord und überrasc hend zahlreichen nationalen Bestleistungen ging in Budapest die 30. Schwimm-Europameisterschaft zu Ende.
Frédérick Bousquet, der über 50 m Crawl in 21,49 gewann, und die französische Lagenstaffel der Männer sorgten am letzten Finalabend dafür, dass die "Grande Nation" so erfolgreich wie noch nie an einer Langbahn-EM war und den Medaillenspiegel zu ihren Gunsten entschied. Die Franzosen triumphierten am ersten internationalen Grossanlass seit dem Verbot der High-Tech-Ganzkörper-Anzüge mit acht Gold-, sieben Silber- und sechs Bronzemedaillen vor Russland (7/4/1), Grossbritannien (6/6/6) und Gastgeber Ungarn (6/4/3). Insgesamt gewannen Schwimmerinnen und Schwimmer aus zwölf verschiedenen Nationen einen Titel und solche aus 19 Ländern mindestens eine Medaille.
Erfolgreichste Athletin in Budapest, wo bereits zum fünften Mal insgesamt (und zum zweiten Mal innert vier Jahren) eine Langbahn-EM stattfand, war die Einheimische Katinka ! Hosszu. Die 21-Jährige aus Pecs sicherte sich drei EM-Titel -- jene über 200 m Delfin und Lagen sowie mit der 4x200-m-Crawlstaffel -- und eine Silbermedaille (400 m Lagen).
Bei den Männern war Camille Lacourt mit dreimal Gold (über 50 und 100 m Rücken, 4x100 m Lagen) am erfolgreichsten. Der 25-jährige Franzose sorgte in 52,11 über 100 m Rücken auch für den einzigen Europarekord auf der Margareten-Insel. Zweimal Einzel-Gold holten sich ausserdem Therese Alshammar (Sd), Lotte Friis (Dä), Julia Jefimowa (Russ) sowie Laszlo Cseh (Un) und Sébastien Rouault (Fr).
Disqualifikation statt Gold
Am Schlusstag gab es in der 4x100-m-Lagenstaffel der Frauen ein russisches (Wechsel-)Drama zu verzeichnen. Die Schlussschwimmerin Margarita Nesterowa schlug zwar fast eine Sekunde vor ihrer britischen Konkurrentin Amy Smith an. Weil aber die russische Brustschwimmerin Jelena Jefimowa bei der Übergabe um zwölf ! Hundertstel zu früh startete, mussten die Osteuropäerinnen disqualifiz iert werden und durfte das britische Quartett über Gold jubeln.
Die weiteren Goldmedaillen gingen an Alshammar (50 m Crawl), Jefimowa (50 m Brust), Hosszu (200 m Delfin) sowie an die britische Olympiasiegerin Rebecca Adlington (400 m Crawl). Bei den Männern triumphierte am Sonntag neben Bousquet und der französischen Lagenstaffel noch Cseh (400 m Lagen).
Gleich sieben Medaillensätze waren am Samstagabend in Budapest verteilt worden. Nachfolgerin von Flavia Rigamonti über 1500 m Crawl wurde Lotte Friis, der somit das Langstrecken-Double im 50-m-Becken gelang. Über 200 m Crawl gewann erwartungsgemäss Olympiasiegerin Federica Pellegrini aus Italien, über 50 m Rücken die Weissrussin Alexandra Herasimenia.
Bei den Männern gabs durch Stanislaw Donez (200 m Rücken), Jewgeni Korotischkin (100 m Delfin) und die 4x200-m-Crawlstaffel gleich dreimal Gold für Russland. Dazu triumphierte der Italiener Fabio Scozzol! i über 50 m Brust.
11)Das Ende der Ganzkörperanzug-Ära ist nicht das Ende
Mensch gegen Mensch statt Anzug gegen Anzug: von Valentin Oetterli (Si), Budapest
(spg) Es gibt ein (Schwimm-)Leben ohne die Kunststoff-Ganzkörperanzüge, und der Sport hat mit Sicherheit nicht an Attraktivität verloren -- so die (nicht unerwartete) Erkenntnis nach den am Sonntag zu Ende gegangenen Europameisterschaften in Budapest.
Die kontinentalen Meisterschaften in der ungarischen Hauptstadt waren die ersten grossen internationalen Titelkämpfe, seit die in den letzten zwei Jahren erlaubten rekordträchtigen Kunststoff-Ganzkörperanzüge vom Schwimm-Weltverband FINA auf den 1. Janu! ar 2010 wieder verboten wurden.
"Auch ohne We ltrekorde haben wir in Budapest sehr attraktive Wettkämpfe gesehen. In vielen Disziplinen lagen die Schwimmer eng beieinander", so die Beobachtung von Steffen Liess, Chef Leistungssport von Swiss Swimming. Stellvertretend für die Sportler gilt die Aussage des deutschen Spitzenschwimmers Steffen Deibler, der seit letztem Jahr Kurzbahn-Weltrekordhalter über 50 m Delfin ist: "Es heisst wieder Schwimmer gegen Schwimmer und nicht mehr Anzug gegen Anzug."
Gerade am Beispiel des Franzosen Camille Lacourt lässt sich aufzeigen, dass wieder der Mensch und nicht mehr (nur) das Material im Fokus steht. Am letzten Dienstag schwamm Lacourt im EM-Final über 100 m Rücken so schnell wie noch nie ein Europäer und zeigte dabei auf, dass auch ohne High-Tech-Anzüge und nur in so genannten "Jammers" (knielangen Badehosen) Rekorde auf höchstem Niveau doch noch möglich sind. Nicht weniger erstaunlich als Lacourts Leistung waren danach die zahlreichen Lobes-Hymnen über den "! Stilisten" und dessen "perfekter Technik" und "Eleganz". Im "Neopren-Zeitalter" wäre beim Rekordrennen des zuvor wenig bekannten 25-jährigen Südfranzosen aus Narbonne wohl vieles (wenn nicht alles) auf den Anzug reduziert worden.
Viele bekannte Gesichter
Lacourts Europarekord -- die erste kontinentale Bestmarke in diesem Jahr überhaupt -- steht zwar noch alleine da. Doch schon in dieser Woche beginnen in Irvine, Kalifornien, die Panpazifischen Meisterschaften (mit unter anderen den US-Schwimmern und den Australiern) und dann Anfang Oktober in Delhi die Commenwealth Games. Erst danach wird klarer abzuschätzen sein, wie stark sich die Rangordnung im Schwimmen ob des Anzugs-Verbots verändert hat. Die Rekordflut der Jahre 2008 und 2009 -- mit insgesamt über 200 Weltrekorden -- ist sicherlich eingedämmt. Doch in Budapest zumindest waren auf dem Podium auch sehr viele bekannte Gesichter zu sehen.
Indes fielen in der Donau-Metropole sehr viele Meisterschaftsrekorde. In rund der Hälfte der Disziplinen waren die Zeiten besser als vor zwei Jahren in Eindhoven, als das Wettrüsten im Materialsektor schon seinen Anfang genommen hatte. "Der Fortschritt im Schwimmen war und ist immer da. Bei den Anzügen war ja nicht nur der Auftrieb entscheidend, sondern gerade auch die Stabilität der Beine, um diese gerade nach oben zu bringen. Bereits tüfteln die Experten, wie der gleiche Effekt möglichst auch ohne Anzüge erreicht werden kann", erklärt Steffen Liess.
Motivation und Innovation
Die direkteste Folge des Verbots war, dass viele Schwimmer in den letzten zwölf Monaten Muskelmasse verloren haben, vor allem im Schulter- und Oberkörperbereich. Dafür wurden der Kräftigung der Rumpfmuskulatur, die für die stabile Schwimmlage entscheidend ist, und generell der Technik wieder mehr Aufmerksamkeit zuteil. All dies -- und die gestiegene Motivation der Schwimmer sowie die Innovationen der Trainer, d! ie immer auf der Suche nach dem perfekten Armzug und Beinschlag sind (und ihn trotzdem nie finden werden, weil es immer wieder neue Erkenntnisse gibt) --, werden dazu führen, dass die Bestmarken der vergangenen zwei Saisons nicht auf Jahrzehnte hinaus Bestand haben werden.
In diese Richtung äusserte sich auch der Schweizer Spitzenschwimmer Dominik Meichtry, der überzeugt ist, dass "ich meine besten Zeiten noch nicht geschwommen bin. Wenn ich das nicht glauben würde, dann hätte ich als ambitionierter Sportler ein Problem."
Wasserspringen: EM in Budapest -- Schweizer Bilanz
Gelungenes EM-Debüt für Schweizer Teenager-Duo
von Valentin Oetterli (Si), Budapest
(Si) Obwohl ohne Finalqualifikation geblieb! en, darf die kleine Schweizer Delegation der Wasserspringer mit dem Ab stecher an die EM in Budapest zufrieden sein. Andrea Aloisio und Quentin Stoudmann, beide erste 18-jährig, sammelten wichtige Erfahrungen.
"Die Bilanz fällt positiv aus. Wir haben uns für Andrea und Quentin nicht Platzierungen zum Ziel gesetzt, sondern es ging darum, dass die zwei die Atmosphäre an einem Grossanlass der Elite spüren und dass sie lernen, an einem solchen Wettkampf mit der Nervosität umzugehen", so Catherine Maliev-Aviolat, Chefin Leistungssport von Swiss Diving.
Der Saisonhöhepunkt von Aloisio und Stoudmann steht erst noch bevor. Anfang September finden in Tucson, Arizona, die Junioren-Weltmeisterschaften statt, für welche das Duo von Lausanne Natation nach mehreren Vorstössen in die Finals an kontinentalen Nachwuchs-Titelkämpfen bereits seit längerem qualifiziert ist.
Das längerfristige Ziel für Aloisio, der im letzten Jahr vor der Matur steht, und Stoudmann, der im Herbst für ein Jah! r nach Australien geht, ist die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2012 in London. "Die Chance, dass zumindest einer der beiden es schafft, besteht. Allerdings wird es sehr schwierig", so Maliev-Aviolat.
Arbeiten müssen die zwei talentierten Romands gemäss der 40-jährigen Waadtländerin, die vor zehn Jahren in Sydney zusammen mit Jaqueline Schneider im 3-m-Synchronspringen im Olympia-Final stand, vor allem noch am Schwierigkeitsgrad ihrer Sprünge: "Der ist bei beiden noch nicht so hoch. Doch im Vergleich mit den Spitzenspringern kommen Andrea und Quentin auch nur auf etwa halb soviel Training."
Aktuell das grösste Problem ist die angespannte finanzielle Situation von Swiss Diving. "Für Budapest mussten beide Springer je 1500 Franken Unkostenbeitrag bezahlen. Unser Budget ist extrem klein. Ohne die finanzielle Hilfe und logistische Unterstützung der Schwimmabteilung (Swiss Swimming -- Red.) ginge es nicht", erklärt Malie! v-Aviolat.
Natation: Championnats d'Europe / Plongeon: deux Lausannois sur la route de Londres
(si) Même s'ils ne sont pas parvenus à se qualifier pour une finale, Andrea Aloisio et Quentin Stoudmann n'ont pas à rougir de leur bilan aux Championnats d'Europe de Budapest. Les deux Lausannois de 18 ans étaient venus en Hongrie avant tout pour apprendre.
"L'important pour eux était de respirer l'air d'une grande compétition. Ils ont appris comment l'on doit vaincre la nervosité qui peut vous gagner dans des grands championnats", se félicite leur mentor Catherine Maliev-Aviolat.
Andrea Aloisio et Quentin Stoudmann, qui s'apprête à aller vivre une année en Australie, auront, en revanche, une obligation de résultats le mois prochain à Tucson, en Arizona, lors des Championnats du monde juniors. Les Lausannois visent, bien sûr, une qualification pour les Jeux de Londre! s en 2012. "Les critères sont très relevés, poursuit Catherine Maliev-Aviolat. Mais il y a une bonne chance pour qu'au moins l'un des deux se qualifie".

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