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Fazit der Schweizer Nationalmannschaft nach der EM

29.05.2012 - Matthias Vauthier: Die Europa Schwimmmeisterschaft fand letzte Woche statt (21. - 27.05.2012). Es war einer der letzten internationalen Anlässen vor dem olympischen Termin vom 27. Juli bis 12. August.

Das Schweizer Team hat in Debrecen (HUN) Freude, Pech und Enttäuschung erlebt. Danielle Villars und Alexandre Liess schliessen zu den Schweizer Schwimmer mit Olympia Limite auf. Die beiden jungen Athleten müssen jedoch geduldig die endgültige Entscheidung des IOC abwarten, um sicher zu sein, ob sie zu den 900 ausgewählten Schwimmern in London gehören. Aus Schweizer Sicht ist Dominik Meichtry der Einzige, der heute mit Sicherheit diesen Sommer in der englischen Hauptstadt im Einsatz ist. Er war der zweite von Swiss Olympic im März selektionierte Sportler.

Steffen Liess, Chef Leistungssport hat erklärt: „Wir können mit den Resultaten der EM 2012 durchaus zufrieden sein. Mit 6 Finalplätzen, 5 nationalen Rekorden und 2 weiteren Olympiaselektionen haben wir viel erreicht. Dennoch müssen wir kritisch anmerken, dass wir auch vieles ungenutzt gelassen haben. Ich denke da an verpasste Medaillen, Final- und Halbfinalplätze und auch an das doch enttäuschende Abschneiden unserer Staffeln.“ Liess äusserte sich noch kurz zur Zukunft: „Wir sind auf dem richtigen Weg und haben uns in den letzten 2 Jahren gut entwickelt, die Anzahl der Teilnehmer und die Resultate beweisen dies. In Berlin 2014 wollen und müssen wir noch besser sein!

London im Fokus

Alexandre Liess hat am dritten Wettkampftag das Startzeichen gegeben. Nachdem der Schwimmer, der im Centro Sportivo Tenero trainiert, den Halbfinal über 200-m-Delfin erreichte, qualifizierte er sich für das Finale, aber vor allem hat er den Qualifikationsrichtwert  für die OS unterboten. Schliesslich endet er auf Rang 8.

Einen Tag nach Liess ist auch Danielle Villars eine Topleistung gelungen. Im Vorlauf über 100-m-Delfin knackte sie die OS-Limite. Der erreichte Halbfinal war jedoch für die Zürcherin Endstation.

Dominik Meichtry, Teamcaptain der Schweizermannschaft, hat seinen Kampgeist bewiesen. In seiner Paradedisziplin, 200-m-Freistil, ist er beinahe  ausgeschieden; der in den USA Trainierende hat dann sein Leistungslevel grundsätzlich erhöht, um in den Final zu schwimmen, wo er als fünfter an schlug eine Welle vom Podest entfernt. Meichtry hatte sich nicht besonders auf diese Meisterschaft vorbereitet ; man darf auf seine Rennen in London gespannt sein, da er einmal mehr beweisen kann, dass er zu den besten 200-m-Freistil Schwimmern der Welt gehört nach seinem 6. Rang an den OS in Peking 2008 und seinem 7. Platz in Shanghai an der letzten Weltmeisterschaften (2011).

Die beiden weiteren Schwimmer die an den letzten Schweizermeisterschaften die OS-Limite erfüllt hatten, kannten verschiedene Schicksale. David Karasek, der mit den internationalen  Grossanlässen vertraut ist, konnte seine Leistung über 200-m-4-Lagen nicht wiederholen und kam nicht weiter als den Vorlauf. Yannick Käser schwamm bis ins Finale über 200-m-Brust, wo er den 7. Rang belegte. Im Halbfinale hat er sogar den Schweizerrekord verbessert.

Bein ihrem Wettkampfcomeback hat Martina van Berkel beinahe für einen Knaller gesorgt. Im Halbfinale blieb sie nur 0.0.1 Sekunden über der Olympialimite. Leider konnte sich die Zürcherin im Final nicht mehr steigern und belegte Rang 8. Angesichts ihrer Situation bekommt sie weitere Gelegenheit sich für London zu qualifizieren in zwei Wochen in Rom.

Enttäuschung für die älteren Hasen

Die Olympialimite für London war die Zielsetzung sowohl von Flori Lang wie auch Jonathan Massacand; beide sind leider gescheitert. Anwesend in Peking 2008, wissen die beiden bereits mit Gewissheit, dass sie nicht nach London fliegen werden. Lang weiss noch nicht wie seine Zukunft aussehen wird, während Massacand sich bis nächsten Sommer voll seinem Master widmen will.

Ivana Gabrilo hat sich ihrerseits für das Halbfinale über 50-m-Rücken qualifiziert; dieses Rennen steht nicht auf dem OS-Programm. Mit einem 23. Rang über 100-m-Rücken ist es ihr nicht gelungen den Sesam zu erobern.

Meichtrys Hilfe hat nicht genügt, um die Schweizer Staffeln der Männer nach London zu bringen. Obwohl die 4x100-m-Freistil und die 4x200-m-Freistil am Finale teilnehmen konnten, erwecken die geschwommenen Zeiten kaum die Hoffnung die Reise nach London anzutreten.

Der Nachwuchs drängt

Neben den jungen Aushängeschildern, Käser et Liess, haben sich die Schweizer Nachwuchsschwimmer an dieser Europa Meisterschaft klar hervorgehoben. Martin Schweizer steigerte sich weiter und verpasste den Halbfinal über 50-m-Brust um lediglich 0.01 Sekunden. Jovan Mitrovic stellte eine hervorragende Zeit über 400-m-Freistil (18. Rang) auf. In allen seinen Rennen verzeichnete Jean-Baptiste Febo persönliche Bestleistungen (PB), über 200- und 400-m-Freistil. Nico van Duijn seinerseits brachte auch zwei PB von dieser EM nach Hause zwar über 100- und 200-m-Delfin.


Anzahl der Schwimmer/innen: 16
Bestrittene Rennen: 58
Semi-Finale: 9
Finale: 6
PB: 15
Saisonbestleistungen: 25
Schweizer Rekorde: 5
Olympia Richtzeiten: 7 (Meichtry 2x 200-m-Freistil/1x 100m Freistil; Käser 2x 200-m-Brust; Liess 1x 200-m-Delfin; Villars 1x 100-m-Delfin)

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